Seit Sonntag den 17. Juni 2018 heißt unsere Gemeinde „Christliche Gemeinde Kraichgau-Stromberg.“ Wenn man bedenkt, dass damit eine mehr als hundertjährige Ära des Namens „CG Gochsheim“ zu Ende gegangen ist, dann könnte der Eine oder Andere darüber doch irgendwie traurig werden. Jedoch spüre ich davon nichts. Man sollte nicht über das Ende einer glorreichen, vergangenen Ära seufzen, sondern sich über die ununterbrochene Kontinuität ein und derselben lebendigen Gemein- de Christi freuen. Eine lebendige Gemeinde Christi gedeiht, reift und bringt Früchte durch die Zeit. Dadurch ändert sich auch ihr Erscheinungsbild, ihre innere Würde, ihre Vollmacht, ihre Aktivitäten und ihr Name. 

Die Namensänderung ist eine alte biblische Traditi- on. Die Namensgebungen sind in der Bibel Begleitsymbole des lebendigen Wandels Gottes mit den Menschen. Umgekehrt zeugte die Namensänderung von der Wirkung Gottes im Leben einer Person. Die Begegnung mit Gott machte aus Abram Abraham, aus Sarai Sarah, aus Simon Petrus und aus Saulus Paulus. 

Die biblischen Namensänderungen drücken oft etwas davon aus, was Gott im Leben eines Menschen bewirkt hat und welches Lebensprogramm hinter diesem Namen steckt. So veränderte Gott den Namen Sarai – „meine Prinzessin“ -, was einfach die Zugehörigkeit zu einem Familienverband ausdrückte, in den Namen „die Prinzessin“, was die eigentliche Würdigung des Prinzessinnen-Titels als solchen an sich bedeutet. Die neue Namensgebung unserer Gemeinde ist nicht einfach das Ergebnis eines künstlichen Namensfindungsprozesses. Das ist die Erkenntnis des Standortes unserer Gemeinde auf dem Weg, wie Gott sie durch die Zeit führt. Das ist das Spiegelbild der Geschichte unserer Gemeinde, das uns eine unterbrochene Kontinuität des Planes Gottes zeigt: weil eine kleine christliche, dörfliche Gemeinschaft Jahr für Jahr Menschen aus der großen Region von Kraichgau-Stromberg anlockte ist sie eine Regionalgemeinde Kraichgau-Stromberg mit dem Auftrag, ihren Wirkungskreis regional zu vergrößern, geworden. 

„Wem viel gegeben wird, von dem wird viel verlangt“ – lehrte Jesus Christus. „Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ 

Matthäusevangelium 5, 14-16.